Dem Impressionismus einige Worte

Gern erkennen Betrachter in den Gemälden von Ulrike Schieferstein „den“ Impressionismus wieder. Wie etwa in dem hier verwendeten Titelbild „Waldweg“. Grund genug, dem Impressionismus eine kurze Betrachtung zu widmen. Ulrike Schieferstein nämlich hatte sich nie bemüht, „den“ Impressionismus nachzuahmen. Jedoch bedient sie sich beinahe zwangsläufig einiger Stilmittel, die erst mit „dem Impressionismus“ Bekanntheit und Akzeptanz gewonnen haben.

Bekanntheiten wie etwa Paul Cézanne, Edgar Degas, Claude Monet oder Auguste Renoir zeigten plötzlich Pinsel – und trauten sich, mehr zu offenbaren, als nur die Struktur der edlen Leinwand. Man greift aber solche Stilelemente beinahe zwangsläufig auf, wenn man sich traut, vielmehr im Betrachter selbst etwas anzustoßen, als mit Detailtreue eine perfekte Imagination zu erschaffen.

Weshalb nur, wiederum, denkt man an französische Maler, wenn man Impressionismus denkt? – Weil diese durch eine Gruppenausstellung im Jahre 1874 einerseits den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen, andererseits auch die Bezeichnung erst angestoßen haben. Alexandra Matzner lässt uns in ihrem Beitrag für „Art in Words“ im Internet wissen, dass 30 Impressionisten ausgestellt hatten. So prägend für eine ganze Epoche und so bewusstseinsprägend für eine Stilrichtung sie gewirkt haben, so desaströs endete dereinst die Ausstellung für die teilnehmenden Künstler.


Zu Claude Monet’s „Impression, soleil levant“ sei verwiesen auf eine interessante andere Website, „Art in Words“. In ihrem Beitrag „Erste Impressionisten-Ausstellung 1874 – erste Selbstorganisation und Namensgebung des Impressionismus“ zeigt die Autorin Alexandra Matzner nicht nur das erwähnte Werk von Monet, sondern auch weitere aussagekräftige Bildbeispiele zum Impressionismus.


Das fränzösische „impression“ kann man einmal ganz nüchtern übersetzen mit seiner unmittelbarsten Bedeutung: Eindruck.

Claude Monet’s Gemälde „Impression, soleil levant“ ist namensgebend geworden für die erwähnte Ausstellung. Und namensgebend für eine ganze Epoche. Es wird durchgängig übersetzt mit „Impression, Sonnenaufgang“. Bleibt man aber einmal etwas holprig an der strengen Übersetzung, dann kommt man Monet’s Gemälde viel näher: „Eindruck, aufgehende Sonne“. Denn das ist, was Monet für uns festgehalten hat: Eine aufgehende Sonne. Die Idylle ist nur mit einem Hauch berührt. Die Andeutungen von der Hafenstadt Le Havre, die der Dunst und die der Maler uns bieten, brechen das Idyll. Sehr charakteristisch ist Monet’s Arbeitsweise: Mit grobem Pinsel und kaum gemischten Farben wirft er zügig die Farben auf die Leinwand. Unser Auge leistet die Farbmischung, nicht der Pinsel des Künstlers. Unser Auge also ruft in uns Vorstellungen auf, die nicht weniger ausdrucksstark sind, als detailverliebtere Wiedergaben, etwa des Realismus.

Aber die Pioniere des impressionistischen Malstils waren die Franzosen nicht! Womit ihre Leistungen – bitte! – auf keinen Fall abgewertet seien! John Constable war bereits Anfang des 19. Jahrhunderts in dieser Richtung sehr aktiv… und gänzlich erfolglos. Er bestritt sein Einkommen mit dem Realismus.

Nicht besser erging es kaum später William Turner. Denn zu dieser Zeit fragte man beherrschend einen romantischen Realismus ab, der von einem kleinen und wohlhabenden Kreis der Gesellschaft mithin sehr gut bezahlt wurde.

Zum Impressionismus jedoch sollte man auch die deutschen Maler nicht übersehen, von denen hier nur exemplarisch Max Liebermann angeführt sei. Oder unter den Dänen – herausragend – Peter Severin Krøyer.