Drei Gemälde – eine Farbe: BLAU

Als „blaue Reihe“ sind die Gemälde nicht entstanden, die die Malerin Ulrike Schieferstein mit drei großartigen „blauen“ Werken geschaffen hat. Dennoch fügen sich diese Gemälde prächtig ineinander. Deshalb drängt es sich auch geradezu auf, diese drei Gemälde gemeinsam zu präsentieren.

Das erste – „Ballerina“ – spielt mit einer nachgerade verspielten Selbstverständlichkeit einen thematischen Kontrast aus. Die Malerin hält sich mit den Farben ganz zurück: Bis auf die Hauttöne erscheint das Bild nachgerade monochrom. Hier ruht die Ballerina so gänzlich unaufgeregt in sich selbst – und zieht letztlich unsere Blicke immer wieder gerade mit dieser Ruhe auf sich. In stürmischer Bewegung ist allein der Hintergrund.

„Das Modell“ hingegen ist durch und durch: Ruhe. Mit verspielter Leichtigkeit hegen alle Formgebungen in diesem Gemälde die dargestellte Dame liebevoll und hüllen sie mit einer Sanftheit ein, die still, nicht heimlich mitschwingt.  Dort ist ein Moment – und die Malerin macht aus diesem Moment ein Stück der Ewigkeit.

Mit einer ebensolchen Ruhe und zugleich einem umwerfend kraftvollen Ausdruck schließt diese „blaue Reihe“ (die keine ist) mit „Tiffany Jewelry“ ab:

Während man da so sucht und schaut und rätselt, findet man auch hier nicht nur die Ruhe. Sondern neben der bloßen Ästhetik findet man auch noch die Juwelen, von denen die Rede ist… die diese schöne und jeder Zeit enthobene Frau bloß als Beiwerk und wie eine Randbemerkung trägt. Ins Träumen geraten wir. Die Dame hat uns nur den Rücken zugewandt – abgewandt von uns ist sie nicht.

(auch ein „blaues Gemälde“: Brigitte Bardon)