Mal wieder bestechend ausdrucksstark: Ulrike Schieferstein

Mit ihrer jüngsten Ausstellung im Ristorante La Casa präsentierte Ulrike Schieferstein uns auch neue Werke. So etwa die „Frau in der Tür“ – wie sie schlicht und unaufgeregt titelt.

Ausstellung: Ulrike Schieferstein im La Casa in Hattingen

 

Diese „Frau in der Tür“ verlässt nicht den Schutzraum des Gebäudes, oder nicht die Heimeligkeit der Veranda. Aber aus diesem offenen und doch zugleich geschützten Raum heraus wendet sie sich gern und beschwingt der Welt zu.
Und wiederum auch: Sie schaut im Bild nicht forsch und voller Tatendrang in Leserichtung. Sondern sie schaut verträumt gegen die Leserichtung – in eine bildhaft durch nichts angedeutete Weite, die sie still und für sich genießt. Sie wirkt nachdenklich, in sich gekehrt. Die Hand am starken Balken ist hier keine Geste der Bequemlichkeit, sondern vor allem Ausdruck einer Zurückhaltung: Sie nimmt es an, trotz aller Offenheit hier eine Barriere zu finden, von der sie sich nicht begrenzt fühlen muss, sondern von der sie sich gehalten fühlt. So genießt sie – für sich und wohl behütet. Sie ruht nicht in sich – sondern sie ruht entspannt in diesem Behütetsein. Der Hut ist da nur noch einmal eine leise Bekräftigung, der so scheinbar als bloßes Modeaccessoires daherkommt – und doch so viel Botschaft trägt.

Detail aus „Frau in der Tür“ von Ulrike Schieferstein

Ulrike Schieferstein verliert sich nicht in Details. Sondern mit wohlgesetzten Pinselstrichen setzt sie Ausdruck und zaubert Austrahlung auf die Leinwand.

Es ist ein weiteres ihrer Werke, das man ihren „Menschenbildern“ zuordnen kann. Es ist genau dieses Andeuten, was so fasziniert an den Werken der Malerin. Sie bietet uns hinreichend Detail, um viel zu sehen. Viele Nuancen auch. Und dennoch verliert die Schieferstein sich nicht mit spitzem Pinsel in allen Details.  Das braucht sie nicht, um ihre Botschaften zu transportieren. Es ist diese Ausgewogenheit zwischen spontanem Eindruck und der nur gespielten Detailverliebtheit, die uns nicht loslässt. Und weshalb wir nicht lassen können von diesen Werken.