Stilsicher in Abstrakt

Auch abstrakt tritt Ulrike Schieferstein stilsicher auf. Das jedoch ist nun die „neue“ Schieferstein! Ruhig und gelassen führt sie den Pinsel.  Mit aller Leichtigkeit reißt sie uns zwanglos mit. Aber das sieht nur so aus, wenn es dann fertig ist. Denn das sind natürlich Prozesse der inneren Auseinandersetzung, der Imagination, der Utopie auch, die im Kopf stattfindet – und nicht zuletzt die Fähigkeit, diese Bilder im Kopf auch mit Farbe und Pinsel zielsicher umsetzen zu können.

Ein schönes Beispiel: nicht nur der „Blütenkelch“. Hier allerdings bin ich ein wenig unentschlossen… Ist der schon abstrakt? Oder ist der Blütenkelch noch ein Gemälde zwischen Impression und Fantasie? Ich habe es also versucht mit dem Begriff der utopischen Expression.

Mit „Öl und Wasser“ ist die Schieferstein klar abstrahiert – und ist auch mal jene Malerin, die uns nicht nur ins verspielt Träumerische mitnimmt. Sondern  sie legt den Finger in die Wunde – ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Abstrakt ihr Motiv – abstrakt also auch die Botschaft. Und so bleibt nicht die Spur des Belehrenden.

Der Mensch ist die Grenze, wo er dem Gewohnten Glauben schenkt.
Konsequent hat Ulrike Schieferstein sich auch im Abstrakten einen Ausdrucksraum erschlossen.  So zeigt die Malerin uns offene Horizonte, wo wir uns die Fantasie herausnehmen, Horizonte zu öffnen! Und verlangt uns zugleich nicht ab, uns im akademischen Kunstverständnis verlieren zu müssen. Ulrike Schieferstein bleibt uns leicht zugänglich und gern nahe genug dran am Leben, um uns mit Leichtigkeit von ihr an die Hand nehmen zu lassen…

Ein weiteres Bravourstück ihrer Art, in virtuoser Leichtigkeit abstrakt Pinsel und Farben zu führen, um uns zu ver-führen, zu ent-führen… uns einfach mitzunehmen. Mit ihren „rankenden Blumen“ spielt Ulrike Schieferstein die Klaviatur der visuellen Imagination in seiner ganzen Breite aus.