Menschenbilder: Seelenbilder

Spannend sind diese anderen Menschenbilder, mit denen Ulrike Schieferstein nicht „portraitiert“, sondern uns „den Menschen“ zeigt. Dabei vom Menschen so ganz unterschiedliche Facetten, spricht die Malerin ganz unverfälscht und klar mitten aus dem Herzen zu uns – und trifft: uns.
Sie trifft uns mit „True Love“: Der weiße Schwan, der auch eine Unbeflecktheit symbolisieren mag – unbefleckt von Hinterlist und Lügen. Denn schnell wird uns klar: Die zwei verstehen sich niemals in den Worten – und doch um so inniger bloß in den Herzen.

Wieder in einem anderen Stimmungsbild macht die „Magd“ sich auf den Weg. Bäuerlich und landfein, geht sie melancholisch, doch erwartungsfroh hinaus in das warme Gelb. Die Malerin will uns gar nicht zu weit herausreißen aus den Träumen, die wir Idylle nennen. Der Schatten einer ärmlichen Existenz der abhängigen Magd? Ulrike Schieferstein begnügt sich mit dem Blick auf Füße und Schuhwerk, den sie uns gewährt, um anzudeuten, dass die Magd das Glück nicht geschenkt bekommt, sondern es sich allen Widrigkeiten zum Trotz nicht nehmen lässt.

Mit „Eleganz“ zeigt uns die Schieferstein eine Dame in klassisch weiblicher Eleganz – die in keinem Widerspruch dazu die pure Lebensfreude versprüht. Rot – klassisch interpretiert als die Farbe des Kriegsgottes Mars? Ulrike Schieferstein deutet uns „rot“ ganz neu.

(andere Gemälde dieser Kategorie)

(Menschenbilder – die Farbe Blau)

(Menschenbilder – „Jolanda„)

Mit Respekt berührungsnah

Ulrike Schieferstein begegnet den Menschen mit großem Respekt. Und zugleich schafft sie es, der portraitierten Person sehr nahe zu kommen. Wo aber manch anderer Künstler gern entlarvend nahe tritt, da sucht die Schieferstein mit menschlicher Nähe zu berühren – und wahrt doch der portraitierten Person gegenüber alle liebevolle Achtung und Würde.

Die „Hepburn“ – so der nüchterne Titel des obigen Werkes – lernen wir hier weniger gewöhnlich als Dame von gewisser Reife kennen. Gewöhnlich nämlich kennen wir sie als die kecke junge Frau, die sich auf der Leinwand großen Ruhm errungen hat.

Ebenso auch ist „Hemingway“ ungewöhnlich getroffen : Nicht schrankenlos – und doch irgendwie unmittelbar. So ungewöhnlich die Schieferstein hier eine Annäherung an Hemingway findet, mit so viel Respekt begegnet sie ihm auch. Da führt die Malerin den Pinsel mit impressionistischem Charakter treffsicher auf die Person zu, die sie uns ganz unalltäglich nahebringt.

(hier geht’s zu einem Menschenbild ganz anderer Art)

(Menschenbilder – „Jolanda„)

(Brigitte Bardot im Portrait)

 

Sich ins Träumen gucken

Ganz ungeniert träumen lässt Ulrike Schieferstein und uns mit ihren Gemälden. … oder lässt sie uns eher teilhaben?

Die Romantik früherer Jahre ist nicht verloren gegangen, hat aber Variationen erfahren. Im Grunde spricht Ulrike Schieferstein keine andere Sprache, als wir zum Beispiel von den „Mädchen in der Wiese“ kennen. Mit „Plantage“ nimmt die Malerin uns mal wieder mit auf eine Kopfreise. Und natürlich wissen wir, dass es mit Öl auf Leinwand „nur“ ein Gemälde ist. Trotzdem lassen wir uns gern zum Träumen mitreißen…

Träumen oder die Gedanken schweifen lassen…

„Plantage“ erinnnert ein wenig an ein älteres ihrer Werke – „Das schöne Leben“ – mit dem die Gedanken und Träume ähnlich dahinschweifen… Man kann sich gar nicht sattsehen. Und das ist nun die seltsame Kunst dieser Malerin: Wir können den Blick nicht lassen von ihren Gemälden – und laben doch nur von den Assoziationen, die Ulrike Schieferstein so ganz unangestrengt in uns weckt.

(andere Gemälde dieser Kategorie)